• Dieter Friedli

Hammermühlen: Funktion, Einsatzort und Umfangsgeschwindigkeit

Aktualisiert: 10. Mai


Hammermuehlen Funktion Einsatzort und Umfangsgeschwindigkeit

Das Zerkleinern verschiedenster Feststoffe bildet neben Agglomerieren, Mischen und Trennen eine der vier grossen Prozessgruppen in der Verfahrenstechnik. Für eine ganze Reihe von Branchen wie die Holz- und die Lebensmittelindustrie zählen Zerkleinerungsprozesse zu den elementaren Arbeitsschritten. Diese können mit Hammermühlen realisiert werden.

Zwar steht die Zerkleinerung im Vordergrund. Aber genauso erreicht der Prozess weitgehend einheitliche Formen und Grössen vom zerkleinerten Material. Erst wenn alle drei Faktoren zusammentreffen, wird eine einfache Nutzung oder Weiterverarbeitung der Stoffe möglich. Hammermühlen wie die unserer Baureihe Sigma erledigen dies.

Doch wie funktionieren sie eigentlich? Wo können sie eingesetzt werden, und was leisten Hammermühlen konkret? Hier finden Sie dazu alle Antworten in einem kompakten Überblick.

Wie funktionieren Hammermühlen?


Der grundsätzliche Aufbau dieser Mühlen besteht aus einem Metallgehäuse mit einem innen verbauten Rotor. Auf dessen äusserem Rand sind mehrere Stahlhämmer befestigt, sogenannte Schläger. Ausserdem finden Sie Mahlzonen und ein Sieb im Gehäuse. Das Mahlgut wird chargenweise oder kontinuierlich zugeführt.

Die rotierenden Hämmer schlagen dann auf die einzelnen Teile des Mahlguts. Dies bewirkt die erste Zerkleinerung. Dabeiwerden Feststoffteile an die Mahlzonen geschleudert, wodurch diese durch die Aufprallenergie zusätzlich zerkleinert werden. Ebenso kommt es zwischen Rotor und Sieb zu einer weiteren Zerkleinerung und schlussendlich zu einem Klassierungsseffekt.

Dieser gesamte Prozess setzt sich fort. Er dauert, bis die Korngrösse des Mahlguts so weit abgenommen hat, dass der bearbeitete Stoff durch das Sieb strömen kann. Über die Lochgrösse des genutzten Siebs sowie den Unterdruck an der Mühle erfolgt die Steuerung der Korn- oder Partikelgrösse bei der Verarbeitung des Mahlguts. Siebgrösse und -durchlässigkeit oder die Prallzonen und die Mahlwerkzeuge lassen sich individuell auf jedes Mahlgut abstimmen.

Dieses wird anschliessend aus einem Zwischenraum hinter der Mahlkammer direkt abgesaugt. Die Mühle kann nun immer neues Mahlgut verarbeiten. Durch die für den Vermahlungsprozess notwendige Aspiration (Unterdruck) erhalten Mühle und Mahlkammer zugleich die notwendige Kühlung.

Weil Hammermühlen mit der beschriebenen Prall- und Schlagzerkleinerung arbeiten, werden sie häufig auch Schlagmühlen genannt. Von den ähnlich funktionierenden Brechern heben sie sich durch die Erzielung wesentlich höherer Zerkleinerungsgrade bis zur Fein- und Feinstvermahlung ab.

Wo kommen Hammermühlen zum Einsatz?

Materialien

Derart feine Zerkleinerungsgrade werden in folgenden Bereichen und Branchen benötigt:

  • in der Fleischindustrie, um Schlachtnebenprodukte zu verarbeiten

  • bei der Verarbeitung der verschiedensten organischen Stoffe von der Lebensmittelindustrie bis hin zur Umwelttechnik

  • für die Papier- oder Kunststoffherstellung

  • in der Holzverarbeitung für die Vermahlung von Hackschnitzeln, Holz- oder Sägespänen

Warum aber lassen holzverarbeitende Unternehmen ihre Abfälle wie Schnitzel oder Späne noch einmal zerkleinern?

Wie helfen Hammermühlen beim Klimaschutz?

Herstellung von Pellets

Alle naturbelassenen Holzabfälle können noch einmal sehr wertvoll werden. Schnell entsteht aus ihnen ein neues Produkt, das einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz leistet: Holzpellets für Pelletheizungen. Sie wirken sich positiv auf die Umwelt aus, weil sie für klimaneutrales Heizen sorgen.

Bevor Holz verarbeitet wird und Holzabfälle entstehen, hat es über viele Jahre klimaschädliches CO₂ aufgenommen und gespeichert. Verbrennen später einmal die aus den Abfällen gefertigten Pellets, geben sie nur das gespeicherte CO₂ wieder an die Umwelt ab. Die Herstellung von Pellets erfordert einen komplexen Prozess und ein gut abgestimmtes Zusammenspiel mehrerer Anlagen. Gemeinsam bilden sie eine sogenannte Pelletieranlage.

Eine solche Anlage bauen wir von der Friedli AG für Sie mit viel Know-how, Innovationen und langjähriger Erfahrung. Immer mit dabei: eine Hammermühle als eine der Kernkomponenten.

Umfangsgeschwindigkeit und andere Leistungskennzahlen von Hammermühlen

Das Leistungsvermögen einer Hammermühle hängt wesentlich vom Mahlgut ab. Wichtig ist auch die Geschwindigkeit, mit der sich ihr Rotor und die Hämmer in der Mahlkammer drehen. Für diese Drehbewegung liefern zum Beispiel unsere Sigma-Hammer- und Schlagmühlen unterschiedliche Antriebsleistungen von elf bis 320 kW.

Ganz allgemein erreichen Hammermühlen Umfangsgeschwindigkeiten zwischen 60 und 120 m/s. Höhere Geschwindigkeiten produzieren ein feineres Mahlergebnis, lassen aber gleichzeitig den Durchsatz der Mühlen sinken.

Je nach Modell und Mahlgut können Hammermühlen bis zu 150 m3/h verarbeiten. Bei einzelnen Stoffen oder bestimmten Stoffeigenschaften, so wie hoher Feuchtigkeit, kann der Durchsatz jedoch auch geringer ausfallen. Gern informieren wir Sie dazu oder zu anderen Details rund um unsere Hammermühlen persönlich. Nutzen Sie dafür gleich unsere Kontaktmöglichkeiten.

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